Kann Burnout ansteckend sein?

Wenn Arbeitnehmer an Burnout erkranken, ist das für Kollegen manchmal ein Grund, der eigenen Befindlichkeit auf den Zahn zu fühlen. Bin ich nicht eigentlich genauso gestresst und unter Druck? Habe ich nicht ebenso viel geleistet in der letzten Zeit? Und bin ich dafür nicht auch wenig angemessen belohnt worden?

Sind die schwarzen Gedanken erst einmal da, fokussiert sich das Gehirn auf die Schwierigkeiten und büßt Kapazitäten bei der Problemlösung ein. Kurzum, es ist im Grunde sehr einfach, sich das Leben schwer zu machen – insbesondere dann, wenn ein Kollege im Team ständig nörgelt und unzufrieden ist.

Tatsache ist: Negative Gedanken und nach außen getragene Probleme können Teamkollegen stark beeinflussen. Eine entsprechende Haltung überträgt sich automatisch über kurz oder lang auf den Rest – vor allem dann, wenn der von Burnout Betroffene eine Vorbildfunktion erfüllt. Aber auch persönliche Identifikation mit dem Betroffenen, große Empathie oder das Erwachen von Erinnerungen an Zeiten, in denen man es selbst schwer hatte, können die „Ansteckungsgefahr“ bei Burnout vergrößern. Experten gehen daher davon aus, dass Burnout-Niveau eines Teams immer mit dem individuellen Burnout-Niveau korreliert.

Etwas Ähnliches kann übrigens geschehen, wenn man sich intensiv mit Burnout beschäftigt und beispielsweise sehr viele Artikel zu dem Thema liest. Dabei kann es passieren, dass man eventuelle Symptome auch bei sich selbst feststellt. Entsprechend verhält es sich beim Befragen von „Dr. Google“. In diesem Fall gilt ausnahmsweise: Weniger Information ist mehr. Bewahren Sie sich lieber Ihre positive Lebenseinstellung und denken Sie nicht so viel über Burnout nach!

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