Profisportler im Burnout: Leistungsdruck, Existenzangst, psychische Störungen

Sport hält Körper und Seele fit, glauben viele Menschen und auch Ärzte empfehlen gerne ausreichend Bewegung. Doch dort, wo Sport kein Ausgleich zum sitzenden Berufsalltag mehr ist, kann er ganz schön belastend sein und auch seelische Leiden hervorrufen. Die Studie der Deutschen Sporthilfe offenbart nun Ergebnisse, die das verbreitete Bild vom strahlenden Spitzensportler zum Wanken bringen.

Befragt wurden 1100 Athleten zu unterschiedlichen Themen wie Selbstbild und persönlichen Problemen und darüber hinaus auch dazu, wie viel der moderne Sport, wie sie ihn erleben, noch mit den alten Leitlinien von Fairplay, Gesundheit und Teamgeist zu tun hat. Die Angaben zeigen deutlich, dass Betrug und absichtliche Regelverstöße im Spitzensport keine Seltenheit mehr sind – der Druck ist schlichtweg zu hoch.

Um die hohe Leistungsorientiertheit persönlich noch verkraften zu können, nehmen 34,3 Prozent Nahrungsergänzungsmittel, 10,8 Prozent greifen zu Schmerzmitteln und weitere 5,9 Prozent schlucken regelmäßig Dopingmittel. Bei letzterem Punkt muss allerdings noch die Dunkelziffer eingerechnet werden: So haben 40 Prozent auf die Frage, ob sie Dopingmittel nehmen, die Antwort verweigert. Knapp zehn Prozent leiden nach eigenen Angaben unter einer Essstörung, ebenso viele unter Depressionen und ganze 11,4 Prozent stellen Symptome von Burnout an sich fest.

88,6 Prozent der Athleten machen den Erfolgsdruck für das Fehlverhalten von Sportlern verantwortlich, 57 Prozent leiden nach eigener Aussage sogar unter Existenzangst. Wichtige Gründe für unsportliches Fehlverhalten sind das Streben nach Anerkennung (69,8 Prozent) sowie Profitgier (55,5 Prozent).

Der Deutsche Leichtathletik-Verband zeigte sich von den Ergebnissen der Studie erschüttert. Ziel müsse es sein, individuelle Lösungen für die Probleme der einzelnen Sportler zu finden. Insbesondere der hohe Prozentsatz derer, die Existenzängste verspürten, sei beunruhigend, so der Vorstand. Deshalb gehe es unter anderem auch darum, die Sportler besser auf ein Leben nach dem Sport vorzubereiten.

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