Risiko Suchterkrankung – Burnout-Patienten sind besonders gefährdet

Risiko Suchterkrankung – Dauerhafte Überlastung und viele Sorgen machen Burnout-Patienten das Leben schwer. Viele Betroffene versuchen bis zum allerletzten Moment, durchzuhalten. Entweder, weil sie sich ihre Erkrankung nicht eingestehen wollen, oder aber, weil sie sich niemandem anvertrauen können und sich vor Stigmatisierung fürchten. In dieser für die Betroffenen oftmals ausweglos erscheinenden Lage, ist die Gefahr einer Suchterkrankung besonders hoch.

Was ist eine Suchterkrankung?

Die Begriffe „Suchterkrankung“ und Abhängigkeitserkrankung beschreiben eine Krankheit, die durch das unkontrollierbare Verlangen nach bestimmten Substanzen, wie Alkohol oder anderen Drogen, (stoffgebundene Abhängigkeit) oder auch Tätigkeiten, wie Glücksspiel oder Computersucht, (stoffungebundene Sucht oder Tätigkeitssucht) gekennzeichnet ist.

Welche Substanzen machen süchtig?

Fast alle Stoffe, die das Gehirn und somit auch unsere Wahrnehmung und unsere Stimmung beeinflussen (psychotrope Substanzen) besitzen Suchtpotenzial. Ihre psychische Wirkung wird von sehr vielen Menschen als angenehm empfunden. Suchtmittel wirken anregend und können die Leistungsfähigkeit erhöhen oder, im Gegensatz dazu, beruhigend wirken Ängste und Hemmungen kurzfristig abbauen. Nicht alle psychotropen Substanzen führen auch zu einer körperlichen Abhängigkeit. Zur Droge wird ein solches Mittel dann, wenn der Konsum nicht mehr gesteuert oder kontrolliert werden kann, weil eine psychische Abhängigkeit eingetreten ist.

Warum sind Burnout-Patienten besonders suchtgefährdet?

Risiko Suchterkrankung - Burnout-Patienten sind besonders gefährdet

Risiko Suchterkrankung – Fotolia © freshidea

Burnout-Patienten sind häufig durch unterschiedliche psychische Symptome, wie Depressionen, Ängste und Hilflosigkeit, belastet. In dieser instabilen emotionalen Lage sucht der Betroffene nach Möglichkeiten, besser mit dem Zustand der permanenten Überlastung fertig zu werden. Suchtmittel bieten daher oftmals einen scheinbar leichten Ausweg. Eine Suchterkrankung im Burnout ist jedoch häufig lediglich ein weiterer Versuch, die eigene desolate psychische Situation zu verdrängen.

Welche Symptome weisen auf eine Abhängigkeit hin?



  • Zwang und Kontrollverlust: Suchtkranke sind psychisch oder physisch auf eine bestimmte Substanz angewiesen und haben ein extremes, unkontrollierbares Verlangen, diese zu konsumieren. Andere Bedürfnisse treten dahinter zurück.
  • Entzugssyndrom: Wird der Konsum des Suchtmittels unterbrochen, treten körperliche und / oder seelische Entzugserscheinungen auf.
  • Selbstschädigung: Obwohl der Konsum schwere körperliche, psychische und soziale Folgen hat, wird er fortgesetzt.
  • Gewöhnung: Der Körper der Betroffenen gewöhnt sich an die Substanz, sodass immer größere Mengen benötigt werden, um dieselbe Wirkung zu erzielen.

Welche Folgen hat eine Abhängigkeitserkrankung?
Suchterkrankungen haben oftmals gravierende Folgen für die Betroffenen und ihre Angehörigen.

  • Psychische Folgen: Psychotrope Substanzen können schwere Nebenwirkungen, wie Psychosen, Depressionen oder Persönlichkeitsveränderungen haben. Psychische Erkrankungen können bis hin zum Suizid reichen.
  • Physische Folgen: Schädigungen des Gehirns und weiterer Organe können schwere Erkrankungen, wie eine Leberzirrhose (Alkohol) oder Lungenkrebs (Tabakkonsum), zur Folge haben.
  • Soziale Folgen: Süchtige verlieren oftmals die Kontrolle über ihr Leben. Es folgen das Zerbrechen von Beziehungen, Verlust des Arbeitsplatzes, Obdachlosigkeit und sozialer Abstieg oder auch juristische Konsequenzen des Drogenkonsum, wie Beschaffungskriminalität, eine Gefängnisstrafe etc.

Wie werden Suchterkrankungen behandelt?

Die Behandlung einer Suchterkrankung ist eine komplexe Aufgabe. Zuerst muss bei stoffgebundenen Abhängigkeiten ein Entzug erfolgen, der den Körper von der Substanz entwöhnt. Diese körperlichen Entgiftung sollte immer auch die psychische Betreuung und Begleitung der behandelten Patienten umfassen. Die meisten stationären Angebote schließen deshalb psychotherapeutische Behandlungsverfahren in Einzel- und Gruppensitzungen mit ein. Diese Phase dauert meist zwei bis drei Wochen und ist abhängig von der konsumierten Substanz und der Dauer des Konsums. Im Anschluss erfolgt eine psychotherapeutische Behandlung, die dem Patienten dabei helfen soll, seine Fixierung auf das Suchtmittel zu lösen und neue Lebensperspektiven zu entwickeln. In der abschließenden Phase der Resozialisierung steht die Rückkehr in ein geregeltes und eigenständiges Lebens im Vordergrund. Spezielle Programme können ehemaligen Süchtigen beispielsweise bei der Arbeits- und Wohnungssuche unterstützend zur Seite stehen.

Tipp: Weitere Informationen zum Thema Suchtprävention

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