Sexualität und Burnout: Betroffene zwischen Unlust und Hypersexualität

Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Sexualität und Burnout? Eine erfüllende Sexualität entsteht durch das enge Zusammenspiel von Seele und Körper. Auf der körperlichen Seite sind es die Hormone, auf der seelischen geht es um Begegnung im emotionalen und sozialen Bereich sowie um die Umsetzung von Phantasien. Stresshormone jedoch können das Denken blockieren und fokussieren den Betroffenen weg vom Partner. Damit kann sich psychische Erschöpfung auch auf die Partnerschaft und das Sexualleben auswirken. Libidoverlust, keine Lust auf Lust, zählt zu den typischen Symptomen von Burnout. Ist den Betroffenen ihre Unlust bewusst oder macht der Partner seine Unzufriedenheit deutlich, kommen oftmals zusätzlich Scham- und Schuldgefühle auf, die eine weitere Entfremdung zur Folge haben können.

Sexualität und Burnout

Sexualität und Burnout: Sexuelle Unlust durch Stress, Erschöpfung und Überforderung

Doch nicht jeder Burnout-Patient leidet unter Libidoverlust. Auch eine gesteigerte sexuelle Aktivität kann ein Anzeichen dafür sein, dass es in anderen Lebensbereichen an Sinn, tiefen Beziehungen und Inspiration mangelt. Substanzen wie Dopamin und Oxytocin („Kuschelhormon“) – auch bekannt als Glückshormone – sorgen beim und nach dem Sex für ein direktes Belohnungsgefühl und Wohlbefinden. Immer mehr Menschen instrumentalisieren Sex nach Ansicht von Experten zum Stressabbau. Gerade wer ständig in der Öffentlichkeit steht und viel Verantwortung trägt, ist für sexuelle Abenteuer manchmal empfänglicher als andere. Denn durch das sexuelle Erlebnis gelingt es ihm, wenigstens kurzzeitig der andauernden Anspannung zu entkommen. Insgesamt ist der Fokus bei chronischem Stress eher auf die Außenwelt gerichtet, Zeit und emotionale Reserven werden dafür aus dem Privatleben – sprich Familie und Partnerschaft – abgezogen.



In dieser Situation denken Burnout-Patienten häufig an Sexualtherapie oder pharmazeutische Hilfsmittel. Vielmehr geht es jedoch darum, den Energiehaushalt wieder ins Lot bringen. Dazu gehört auch ein klarer und kritischer Blick auf sich selbst. Wem beispielsweise der Partner oder die Partnerin plötzlich nicht mehr attraktiv genug erscheint, sollte sich zunächst lieber fragen, wie es um die eigene Zufriedenheit mit sich selbst steht. Durchleben Sie gerade eine schwierige Zeit in der Stress, Belastungen und Überforderung überwiegen? Psychologische Beratung und Begleitung unterstützt Personen bei der Bewältigung von konkreten Problemsituationen oder Entscheidungsschwierigkeiten.

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